Ohweh, ich hab euch schon wieder vergessen, entschuldigung
Ich hab die Süße Gestern Mittag abgeholt und noch lange mit meinem TA über diese Zahnsache, die recht eindeutig FORL gewesen ist, geredet.
Es war eine lange und blutige OP und er hat sie im Anschluß noch an den Tropf gehängt und daher über Nacht behalten. Ihr geht es gut, sie frißt seit Gestern wieder richtig und mit Appettit und ohne vor dem Napf wegzuzucken.
Alle Zähne, außer die 4 Fangzähne, sind raus, darunter waren kaum noch Zahnwurzeln vorhanden, aber dafür heftige Wucherungen, die alle mit rausgenommen wurden. Es wurde nichts genäht und in 2 Wochen will er sie wieder sehen.
Zusammengefasst kann ich ejtzt schon sagen: Ich habe eine komplett andere Katze hier sitzen, die nichts mehr mit der Katze von Dienstag (die mir ja da auch schon fit und munter erschien) zu tun hat. Sie frißt, sie spielt, sie kuschelt, sie putzt sich. Im Prinzip, wie jede Katze, aber es ist etwas anders. Man merkt, sie ist entspannter, gelöster und ein Druck ist von ihr genommen.
Es tut mir von Herzen leid, das sie solange damit leben musste, bis es erkannt wurde. Denn diese Probleme hat sie definitiv schon lange.
Mein TA hat mir noch einige interessante Sachen zum Thema Zähne bei Katzen erzählt:
- Früher konnte man diese Probleme noch gut nur mit Zahnstein-Wegmachen hinbekommen. Heute hilft das nix mehr
- Es sind deutlich mehr und heftigere Fälle geworden. Er musste schon Katzen einschläfern deshalb. Bei der Anzahl ist er sich aber natürlich nicht sicher, ob die Tiere früher nicht einfach irgendwo daran zu Grunde gegangen sind.
- Es müssen alle kleinsten Zahnreste rausgenommen werden, auch solche kleinen Fitzelchen, die man auf dem Röntgen gar nicht mehr sieht. Dafür muss unter Umständen der Kieferknochen geöffnet werden. Bleibt ein kleines bisschen Zahn über, geht die Reaktion weiter.
- Es gibt eine neue Studie, die angeblich Erfolg ohne Zahnextraktion verspricht. Allerdings sieht er diese Studie als Nonsens an: Da wird an die betroffenen Zähne 1/4 jährlich Interferon gespritzt - Das geht nur in Narkose
- Es gibt Aussagen, das Interferon heilsam oder zumindest unterstützend eingesetzt werden kann. Auch davon hält er nix und ist der Meinung, das man diese Erfolge auch ohne Interferon erzielen kann. Allgemein hält er wohl von Interferon nichts.
Zusammenfassend ist er der Meinung, bei einem solchen Krankheitsbild hilft nur die Zähne alle schnellstmöglich heraus zu nehmen.
Ursache ist zuerst eine Überreaktion des Immunsystems. Das Immunsystem reagiert auf die Zähne und die dort haftenden Bakterien wie auf tierisches Eiweiß und zersetzt alles. Diese heftige, entzündliche Reaktion hat dann wiederum zur Folge, dass im Prinzip das gesamte Immunsystem darunter zusammenbricht.
Er hatte schon Katzen, bei denen bis zum Kehlkopf alles offen und verwuchert war.
Ich habe mittlerweile einiges dazu gelesen und auch einige Erfahrungsberichte. Ich würde immer wieder so entscheiden und schnellst möglich alle Zähne rausnehmen lassen. Ich habe sogar von Katzen gelesen, die danach noch ohne Probleme Eintagsküken gefressen haben.
Was er gegen Interferon hat. Er sieht es als kontraproduktiv in diesem Fall, da es das Immunsystem pusht. Und das läuft bei so einer Katze ja eh schon Amok sozusagen.
Und es wäre viel zu teuer. Aber das nur nebenher.

Bitte bitte bitte, sobald eure Katze empfindlich am Maul ist, sobald sie vor dem Futternapf zurück zuckt, sobald sie Mundgeruch hat, geht zu einem Tier-Zahnarzt und lasst sie richtig untersuchen
